Schildbach Wallet - Funktionsweise und Features des Wallet

Image not Found

Inhaltesverzeichnis


Das Schildbach Wallet dürfte vielen Bitcoin-Veteranen ein Begriff sein, denn es genoss vor rund 10 Jahren noch mehr Popularität als heute. Die Software trägt den Namen ihres Programmierers Andreas Schildbach, der einigen Leser ebenfalls von der sehr beliebten Fahrplan-App „Öffi“ bekannt sein dürfte und beide Projekte unentgeltlich und ehrenamtlich betreut. Im Google Play Store wird die Software schlicht unter dem Namen „Bitcoin Wallet“ geführt. Die Bezeichnungen Schildbach Wallet oder „Schildbach BTC Wallet“ halten sich aber trotzdem noch in der Bitcoin Community.

Obwohl ein Hardware Wallet heute bequem mit dem Smartphone gekoppelt werden kann und das Trust Wallet sowie das Coinbase Wallet im mobilen Bereich große Beliebtheit genießen, gehört Schildbach mit über 5 Millionen Downloads immer noch zu den beliebtesten Bitcoin Wallets für Smartphones. Tatsächlich handelt es sich bei dem Schildbach Wallet um eines der ersten Bitcoin Wallets, welches überhaupt auf Android verfügbar war.

Wir haben uns für euch die Mühe gemacht und das Wallet unter die Lupe genommen, um euch die Features zu erläutern und kurz aufzuzeigen, wie ihr vernünftige Backups für das Schildbach Wallet erstellen könnt und wie man das Wallet wiederherstellen kann.


Was ist das Schildbach Wallet?

Das Schildbach Wallet ist für Android verfügbar, nicht jedoch für iOS. Es handelt sich um ein Bitcoin Wallet, welches nur Bitcoin und keine anderen Blockchains bzw. Coins oder Tokens unterstützt. Besitzer eines Android Smartphones können sich das Wallet wahlweise über den Play Store herunterladen und installieren oder die Installation manuell über GitHub anstoßen.

Das Wallet ist primär für den mobilen Zahlungsverkehr mit Bitcoin konzipiert worden. Daher lassen sich beispielsweise Zahlungen per QR-Code einlesen oder auf dem Smartphone ein QR-Code erstellen, um Bitcoin zu empfangen. Alternativ steht auch die Möglichkeit zur Verfügung den mittlerweile beliebteren NFC-Standard zu verwenden, mit dem man nur das Gerät nahe an ein anderes positionieren muss, um eine Transaktion zu starten.

Neben dem Schwerpunkt im Bereich Mobile weist die Software alle Funktionen auf, die man von einem Bitcoin Wallet erwarten kann. Allerdings sei an dieser Stelle empfohlen wie bei jedem Mobile Wallet nur die Beträge darauf zu verwahren, die man auch unterwegs ausgeben möchte. Wenn du erfahren möchtest, warum das empfehlenswert ist und wie du generell mit einem Mobile Wallet umgehen solltest, dann möchten wir dir unseren Artikel über das Thema Smartphone und Verwahrung ans Herz legen.


Datenschutz & Sicherheit

Einige Wallets verlangen von ihren Nutzern, sich per E-Mail-Adresse und Passwort auf ihrer Plattform zu registrieren, bevor sie genutzt werden können. Bei Schildbach ist eine solche Registrierung nicht notwendig.

Die Sicherheit im alltäglichen Betrieb wird durch einen PIN Code gewährleistet, der es erlaubt das Wallet schnell zu entsperren, was zwar praktisch ist, aber keinen herausragenden Schutz darstellt. Die PIN wird jedes Mal abgefragt, wenn man Bitcoin versenden will. Eine biometrische Entsperrung ist nicht möglich. Damit schneidet das Schildbach Wallet in dieser Hinsicht durchschnittlich ab, bietet aber für kleinere Beträge einen durchaus ausreichenden Schutz.


Transaktionsgebühren

Da man seine Bitcoin mit dem Schildbach Wallet selber verwaltet, zahlt man keine Gebühren an einen Anbieter. Es handelt sich nämlich um Open Source Software. Somit fallen ausschließlich die üblichen Transaktionsgebühren im Bitcoin-Netzwerk an, die abhängig von der Last schwanken können, weil die jeweils ausstehenden Transaktionen um den Block Space konkurrieren.

Wie die Erfahrung vieler Nutzer zeigt, hat das Schildbach Wallet jedoch immer wieder Schwierigkeiten damit die Transaktionsgebühren dynamisch festzulegen. Daher sollten Nutzer ein Auge darauf werfen, wie hoch die Gebühren sind und diese ggf. mit anderen Quellen abgleichen.


Support und Dokumentation

Das Schildbach Wallet erhielt sein letztes Update im Playstore im Jahr 2021 und wird aktiv gepflegt. Im Prinzip können Nutzer Supportanfragen stellen und Fehlerberichte einreichen, eine direkte Unterstützung bei Fragen zum Produkt kann allerdings nicht gewährleistet werden. Über GitHub ist ein Wiki verfügbar und außerdem eine umfassende Dokumentation, welche die grundlegenden Funktionen beschreibt.


Wie erstellt man Backups und wie stellt man sie wieder her?

Das Wallet speichert die Keys in einer Datei ab, die allerdings nicht kompatibel mit anderen Wallets ist. So ist es beispielsweise nicht möglich die Wallet-Datei in Bitcoin Core zu importieren, weil dort die „wallet.dat“ einem anderen Standard bzw. Dateiformat entspricht.

Das Erstellen von Backups ist relativ einfach und kann manuell angestoßen werden. Die zu sichernde Datei kann jedoch nur wieder mit dem Schildbach Wallet verwendet werden. Die Sicherungskopie kann in der Cloud gespeichert werden, z.B. in Google Drive. Alternative kann man die Datei auch auf einem Desktop PC abspeichern. Standardmäßig befindet sich diese Datei unter folgendem Pfad auf dem Android Smartphone:

/data/data/de.schildbach.wallet/files/wallet-protobuf

Eine Wiederherstellung kann direkt aus dem Menü des Wallets angestoßen werden, wenn eine Sicherungsdatei vorliegt. Die Backup-Datei trägt das jeweilige Datum der Erstellung als Kennung:

bitcoin-wallet-backup-<yyyy-mm-dd-hh-mm>

Leider ist es mit einem Schildbach Wallet nicht möglich, die Private Keys oder einen Seed im Klartext anzeigen zu lassen und abzuspeichern. Damit gestaltet sich ein Export des Wallets bzw. der Wechsel auf eine andere Software als schwierig. Sofern man vollen Zugang zu dem Wallet besitzt, ist es am einfachsten, wenn man seine Bitcoin schlicht an ein neues Wallet überweist, nachdem man dieses erstellt und mit entsprechenden Backups gesichert hat.


PIN oder Passwort verloren – Was nun?

In einigen Fällen haben Nutzer ihre PIN oder das Passwort vergessen oder verloren und sind damit effektiv von ihrem Wallet ausgesperrt. Hier hilft es Ruhe zu bewahren und nichts zu überstürzen. Denn solange die Daten des Wallets vorhanden sind, bestehen gute Chancen wieder Zugang zu dem Wallet zu erhalten.

Sofern es möglich ist und noch nicht geschehen sein sollte, darf man sich spätestens jetzt Gedanken über ein Backup machen. Schließlich möchte man nicht auch noch den Datensatz verlieren, um den es geht. Danach hilft es zunächst alle Kombinationen des PINs oder Passworts durchzuprobieren, die einem einfallen und alle Fehlversuche aufzuschreiben. Diese Ausschlussliste kann im späteren Verlauf hilfreich sein.

Wenn du mit den eigenen Versuchen keinen Erfolg hast, dann darfst du dich gerne über unser Kontaktformular bei uns melden. Übrigens, auch in allen anderen Fällen eines Verlusts von Datensätzen, Seeds oder Passwörtern, kannst du dich gerne an unser erfahrenes Team wenden.


Wie kann ich das Wallet trotzdem exportieren?

Das Schildbach Wallet braucht einiges an Zeit um mit der Blockchain zu synchronisieren. In einigen Fällen hängt sich der laufende Sync immer wieder auf, weshalb es für Anwender mit diesem Problem praktisch nicht mehr benutzbar ist. Daher kann es mitunter aus praktischer Sicht durchaus erstrebenswert sein, die Private Keys aus dem Backup bzw. der Wallet-Datei zu extrahieren, um über diesen Weg einen Export zu vollziehen.

Da dieser Prozess neben den notwendigen Tools auch einiges an Wissen und Erfahrung erfordert, möchten wir dir empfehlen dich mit uns in Verbindung zu setzen, wenn du die Wallet Datei noch hast und sie für eine Wiederherstellung nutzen möchtest. Wir können und wollen keine pauschalen Versprechen zu den Erfolgsaussichten geben, können aber mit Stolz darauf verweisen, dass wir bisher in ähnlichen bzw. vergleichbaren Fällen erfolgreich waren. Am besten nutzt du zur Kontaktaufnahme unser Formular, im Anschluss daran wird sich ein Mitarbeiter zeitnah bei dir melden.

Weitere Artikel