Festplatte kaputt - Bitcoin verloren, was mache ich jetzt?

Kaputte Festplatte und zwei Arbeiter welche darauf zulaufen.

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Der Defekt von Datenträgern ist keine Seltenheit, denn letztlich hat jedes Medium eine beschränkte Lebensdauer. Daher kann man selbst dann nicht davon ausgehen, dass ein Backup sicher ist, wenn man das Medium nur in den Schrank legt und verwahrt. Zugegebenermaßen erhöht das die Lebensdauer zwar ein wenig, aber auch ein Backup kann den Geist aufgeben.

Unter noch größerer Belastung stehen Datenträger, welche dauerhaft in Betrieb sind. Dabei ist zwar zwischen der Last auf einem Heim-PC und einem Server zu unterscheiden, aber auch das spielt für Betroffene kaum eine Rolle, wenn die Festplatte, SSD oder der USB-Stick plötzlich versagen. Das kann nicht nur bitter sein, weil man so die Bilder vom letzten Urlaub verliert, sondern kann an die Substanz gehen, wenn man dadurch keinen Zugriff mehr auf sein Wallet hat.

Wir möchten dir in diesem Artikel ein wenig näher erläutern, warum Datenträger überhaupt kaputtgehen, wie man sich davor besser schützen kann und wie du den Zugang zu deinen Daten wiedererlangen kannst, sollte das Medium deiner Wahl versagen.


Warum gehen Datenträger überhaupt kaputt?

Grundsätzlich hängt die Lebensdauer eines Datenträgers von verschiedenen Faktoren ab. So haben Festplatten beispielsweise mechanische Elemente, wie etwa den Motor, die nach einer gewissen Dauer schlicht erschöpft sind und versagen können. Ein anderer Faktor bei Festplatten ist beispielsweise der Festplattenkopf, welcher von der eigentlichen Festplatte liest und schreibt. Kommt es hier zu einem Fehler oder zu Materialermüdung, dann können Platte oder Kopf einen Schaden nehmen und den Zugriff auf die Daten unmöglich machen.

Bei SSD und USB-Sticks sieht die Sache ein wenig anders aus. Hierbei handelt es sich um Flashspeicher, deren Zellen nach einer gewissen Anzahl von Lese- und Schreibvorgängen erschöpft sind. Auch kann hier ein Defekt des SSD-Controllers, welcher die Zellen ansteuert, zu einem Datenverlust führen. Bei CDs, DVDs und Blueray Discs ist es wiederum das Material des Datenträgers, welches nach einigen Jahren schlicht die notwendigen Eigenschaften verliert und daher nicht mehr lesbar ist.

Wenn dich interessiert, wie lange die jeweiligen Datenträger konkret halten und welche genauen Eigenschaften sie haben, dann haben wir mit diesem weiterführenden Artikel über Speichermedien die perfekte Ergänzung für dich.

Das Fazit ist, dass jedes Medium irgendwann seine Lebensdauer erreicht hat bzw. überschreitet. Daher ist ein Datenverlust ein eher alltägliches Phänomen, was zwar auf besondere äußere Einflüsse zurückführbar sein kann, aber nicht muss.


Wie kann ich mich vor einem Schaden an der Festplatte schützen?

Im Prinzip gilt, dass man Datenträger nach einer gewissen Zeitdauer wechseln sollte. Wenn wir also davon ausgehen, dass eine Festplatte im Heimbetrieb ca. 10 Jahre halten kann, dann sollte man über einen Wechsel nachdenken, bevor sich das Jubiläum nähert. Wird die Festplatte jedoch abweichend in einem NAS betrieben oder ist aus anderen Gründen einer sehr viel höheren Last ausgesetzt, dann kann ein Wechsel früher nötig werden.

Um herauszufinden, wann euer Datenträger gebaut worden ist, könnt ihr die Herstellernummer zu Rate ziehen, die sich in der Regel auf dem Datenträger befindet. Einige Unternehmen vermerken das Herstellungsdatum auch direkt mit einem Label auf der Packung oder dem Datenträger selbst.

Natürlich wäre es ein Spiel mit dem Feuer, wenn man seinen Datenträger munter weiter betreibt, ohne eine Sicherungskopie zu machen. Wenn du mehr über Backup-Strategien erfahren möchtest, dann empfehlen wir dir unsere Zusammenfassung in diesem Artikel . In Bezug auf Festplatten lässt sich noch ergänzen, dass man Sicherungskopien entweder auf ein anderes Laufwerk spiegeln oder in die Cloud hochladen kann.


Mein Datenträger ist kaputt, was kann ich jetzt noch machen?

Hier hängt es sehr stark davon ab, wie und was kaputt gegangen ist. Je nach Ausmaß des Schadens ist es unter Umständen möglich, dass der Datenträger vom Betriebssystem noch erkannt wird und sich ansteuern lässt. In anderen Fällen wird das ganze Laufwerk nicht mehr erkannt.

Wir möchten dringend davon abraten, Selbstversuche zur Wiederherstellung der Daten zu unternehmen, wenn du nicht über die nötigen Kenntnisse und Ausrüstung verfügst. Erfahrungswerte haben uns gezeigt, dass Daten, welche meist noch wiederhergestellt werden können, hierdurch permanent verloren gegangen sind. Wenn es sich um besonders wichtige Daten handelt, solltest du sicherheitshalber immer einen Profi konsultieren.

Als allgemeine Erste-Hilfe-Maßnahmen empfehlen wir dir:

  • Bewahre Ruhe und setze dich nicht weiter unter Druck, auch wenn der Verlust gravierend erscheint oder es vielleicht sogar ist.
  • Manipuliere auf gar keinen Fall den Datenträger. Immer wieder versuchen Laien sich mit Werkzeug selber zu helfen und sorgen damit nur für einen noch größeren Schaden.
  • Versuche zunächst die gängigen Prozedere wie einen Neustart. Mit etwas Glück löst sich das Problem von selbst und der Fehler lag woanders.
  • Sollte dein Betriebssystem den Zugriff auf die Platte verweigern oder nicht mehr starten, dann halte alle Fehlermeldungen schriftlich fest. Am einfachsten ist es, wenn du den Bildschirm abfotografierst.
  • Wenn du weißt, wie man einen Datenträger fachmännisch aus- und einbaut, dann prüfe, ob er mit einem anderen Gerät funktioniert, sofern du einen weiteren PC oder Laptop zur Verfügung hast.
  • Prüfe, ob du weitere Backups von deinem Wallet hast, also die Seed-Phrase oder eine andere Sicherungskopie.

Sollte dir damit nicht geholfen sein, dann kommt es darauf an, wie sich dein individueller Fall gestaltet. Im Prinzip gibt es eine Reihe von Software, die käuflich erhältlich ist, mit der man eine Wiederherstellung versuchen kann. Eine solche Software kann dir unter Umständen auch dann helfen, wenn du Daten aus Versehen überschrieben hast.

Im Kern versuchen diese Tools die Festplatte wieder anzusprechen und zwar auch dann, wenn das Betriebssystem nicht mehr in der Lage ist sie zu erkennen. Die Software „hängt“ den Datenträger also wieder ein und gibt dir Lesezugriff auf die noch erkennbaren Bereiche. Über sogenanntes File Carving können auch gelöschte Dateien wiederhergestellt werden. Das kann im Einzelfall schon ausreichen, weil man auf diesem Wege die wenigen Datensätze retten kann, die man benötigt, um Zugriff auf sein Wallet zu bekommen. Für Nutzer der Bitcoin-Referenzsoftware ist dies die Datei „wallet.dat“, welche unbedingt zu schützen bzw. zu retten ist.


Ich komme alleine nicht mehr weiter, was jetzt?

Wenn dir diese Mittel alle nicht helfen oder du sicherheitshalber von Anfang an professionelle Unterstützung möchtest, dann kannst du dich gerne per Kontaktformular an uns wenden. Selbst wenn dein Datenträger physisch beschädigt ist, besteht ein Funken Hoffnung.

Ein Datenträger lässt sich nämlich im Zweifelsfall im Labor auf die funktionierenden Bestandteile zerlegen und auf diesem Weg kann ggf. auch ein Zugriff erfolgen. Auch bieten Profi-Tools einen erweiterten Funktionsumfang, welcher teilweise eine Recovery erst möglich macht. Bitte beachte, dass man zum Erfolg einer solchen Recovery keinerlei Pauschalaussagen treffen kann, weil niemand vorhersehen kann, ob und inwiefern deine Festplatte noch funktioniert. Außerdem solltest du dir im Vorfeld im Klaren sein, dass selbst ein Labor auch nur begrenzte Mittel hat. Ein Versuch mag häufig nicht schaden, garantieren kann dir aber niemand etwas.

Sofern du die Hilfe unseres Teams in Anspruch nehmen möchtest, möchten wir dich bitten, direkt unser Kontaktformular unser Kontaktformular auszufüllen. Dort werden dir bereits einige wichtige Fragen gestellt, um deinen Fall besser einsortieren zu können. Natürlich kannst du uns alternativ auch jederzeit per E-Mail oder telefonisch kontaktieren.


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