BitGo Keycard - Wie kann man sein Wallet damit wiederherstellen?

Drei QR-Codes der BitGo Keycard und ein Passwort, als Team dargestellt.

Inhaltsverzeichnis


BitGo ist ein Anbieter für die professionelle Krypto-Verwahrung mittels verschiedener Multi-Key-Setups. Bei solchen Wallet-Setups gibt es grundsätzlich mehr als einen Private Key, der eine Transaktion signieren muss bzw. zur Wiederherstellung herangezogen werden kann. Der daraus resultierende Vorteil ist ein Plus an Sicherheit bei der Selbstverwahrung, denn ein BitGo Wallet lässt sich auf verschiedene Arten und Weisen konfigurieren.

Es lassen sich damit im Prinzip sowohl Cold- als auch Hot-Wallets erstellen sowie dafür sorgen, dass mehrere Personen auf das gleiche Wallet zugreifen und es gemeinsam verwalten können. BitGo bietet außerdem auch die Option an, die Verwahrung komplett abzugeben, was aber in erster Linie für institutionelle Investoren interessant ist und für die meisten privaten Anleger keine Rolle spielen dürfte.

Für sie ist die Self Custody-Lösung wesentlich interessanter, die mit der sogenannten BitGo Keycard abgesichert wird und die Wiederherstellung des Wallets ermöglicht. Da das Setup von BitGo insgesamt wesentlich komplexer ist, haben viele Anwender Schwierigkeiten, eine Wiederherstellung selber durchzuführen. Wir wollen dir kurz erläutern, was deine BitGo Keycard beinhaltet und wie du damit eine erfolgreiche Recovery durchführen kannst.


Was ist die BitGo Keycard?

Die BitGo Keycard ist ein wesentliches Element, um ein Backup des BitGo Wallets wiederherzustellen und aufzubewahren. Sie sollte bei Erstellung des Wallets ausgedruckt werden und enthält vier verschiedene Geheimnisse, die offline gesichert werden sollten. Drei davon sind Keys:

  • User Key: Dabei handelt es sich um den Private Key des Anwenders, der mit dem gewählten Passwort verschlüsselt wurde.
  • Backup Key: Dieser Key wird entweder von Keyternal oder Coincave verwahrt. Mit der Information auf der Keycard kann man eine Wiederherstellung bei den Unternehmen anstoßen. Alternativ befindet sich der Backup Key direkt unter diesem Feld.
  • BitGo Public Key: Dieser Key wird von BitGo verwendet, um Transaktionen zu signieren.
  • Encyrpted Wallet Password: Hierbei handelt es sich um das verschlüsselte Passwort deines Wallets.

Zu jedem der vier Geheimnisse gibt es einen QR-Code, der eingelesen werden kann. Im Wesentlichen ist es möglich, ein Wallet mittels Keycard wiederherzustellen, ohne dass man die Hilfe von BitGo benötigt. Dazu gibt es eigens ein Tool, welches man über GitHub herunterladen kann (BitGo Wallet Recovery Wizard).


Recovery hängt von der Erstellung der BitGo Keycard ab

Wenn man ein Hot-Wallet bei BitGo erstellt, dann bekommt man im Wesentlichen zwei Optionen angeboten, um sein Wallet abzusichern. Entweder man speichert das Backup über eines der Partnerunternehmen oder man erstellt selber einen Backup-Key. Im ersten Fall kann man sich zwischen Coincave oder Keyternal entscheiden.

Wenn man sein Wallet auf diesem Weg sichert, dann muss man den jeweiligen Anbieter kontaktieren und einen sehr langwierigen Prozess auf sich nehmen, der mehrere Wochen bis Monate dauern kann. Die Rahmenbedingungen werden u. a. auch durch den Wert des Wallets bestimmt. Entscheidet man sich für die Verwahrung des Backup Keys durch einen Anbieter, so erfragt dieser u. a. die Informationen auf der Keycard und verlangt je nach Höhe der Summe außerdem zusätzliche schriftliche Erklärungen, bevor er die Wiederherstellung vornimmt. In einigen Fällen berichten Betroffene auch davon, schlicht gar keine Antwort von den Unternehmen erhalten zu haben. Zwar lassen sich diese Erfahrungsberichte nicht verifizieren, aber der Gesamtprozess kann langwierig werden und nicht besonders kundenfreundlich wirken.

Wenn man seine Keycard direkt nach der Erstellung des Wallets ausgedruckt und den Backup Key selber generiert hat, dann liegen alle Informationen vor und die Wiederherstellung erweist sich als wesentlich unproblematischer. Dann benötigt man lediglich sein Passwort, um die verschlüsselten Informationen auf der Keycard auch zu entschlüsseln. Geht das Passwort wiederum verloren, dann kann man mit der Information im Feld D durch BitGo eine Wiederherstellung des Passworts vornehmen lassen.

Um die Wiederherstellung durchzuführen, muss man außerdem die entsprechende Software von BitGo herunterladen. Hat man den Wallet Recovery Wizard installiert, muss man folgende Schritte befolgen:

  • Auswahl des Menüpunkts “Non BitGo Recoveries“
  • User Key und Backup Key eingeben
  • Eintrag des BitGo Public Key
  • Eingabe der Adresse, an die die Bitcoins gesendet werden sollen

Im Anschluss erstellt die Software eine JSON-Datei, welche man nach dem entsprechenden „Transaction Hex“ durchsuchen muss. Dieser Wert muss kopiert und über einen Blockexplorer an das Netzwerk gesendet werden, was im Ergebnis die Transaktion anstößt.


Ich schaffe es nicht, die Wiederherstellung vorzunehmen - Was kann ich tun?

Solange die Keycard vollständig vorliegt, bestehen sehr gute Chancen das Wallet wiederherzustellen. Spätestens wenn ein Teil fehlt oder man den Backup Key bei einem Unternehmen ausgelagert und Schwierigkeiten beim Kontakt mit diesem hat, benötigt man professionelle Hilfe. Anderen Nutzern bereitet es erfahrungsgemäß wiederum Schwierigkeiten, die Recovery mittels der Software von BitGo durchzuführen, weil sie stark von Standardmethoden wie etwa einer Wiederherstellung mit einem Seed abweicht.

Gerne kannst Du dich dazu über das Kontaktformular an uns wenden und uns bereits erste Details zu deinem Fall schildern. Unsere Kundenbetreuung wird sich mit dir in Verbindung setzen und alles Weitere mit dir im Anschluss abklären. Wir können dir zwar vorab keine pauschale Zusage geben, dass die Wiederherstellung gelingt, haben aber gute Erfahrungen mit Fällen gemacht, in denen eine BitGo Keycard involviert war.

Sofern du im Besitz der Keycard bist, empfehlen wir dir unbedingt zusätzliche Sicherungskopien davon anzufertigen. Schließlich handelt es sich bei diesem Dokument um die einzige Möglichkeit, dir noch zu helfen und an deine Coins zu gelangen.


Weitere Artikel